Mittwoch , 21 August 2019
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Impressionen zweier Sommertage, Havanna, Kuba


Ich habe lange gebraucht, endlich einmal nach Kuba zu kommen. Und jetzt – so knapp vor dem großen Wandel in eine neue Ära – mit Direktflügen nach Florida und  Kalifornien sowie unzähligen Kreuzfahrten dorthin – habe ich fast eine ganze Woche hier verbracht. Ich bin ziellos durch die Stadt gelaufen – fernab der touristischen Pfade. Ich war in vielen Straßen der einzige Fremde. Und dadurch habe ich großartige Fotomotive gefunden, die ich gerne mit meinen LeserInnen teilen will.

Die Stadt ist auch ein Widerspruch in sich selbst: irgendwo zwischen Himmel und Hölle – der Verfall abseits des Altstadt-Zentrums ist unübersehbar. Umgekehrt machen diese Gebäude, an denen sichtbar der Zahn der Zeit nagt, gerade diesen Reiz aus. Mancherorts herrscht Verzweiflung darüber, dass hier so vieles nicht funktioniert. Umgekehrt ist es ein Laissez-faire, eine Wurschtigkeit, die den Lebensstil hier prägt.1

Mit dem Einfall der Touristen und der Einführung des konvertiblen Pesos CUC (der 1:1 dem Euro entspricht) wurde die Lust auf Geld geschürt. Plötzlich rückten Dinge, die voher quasi unleistbar waren, ein Stück in Richtung Realität. Mit dem neuen Geld, das den Dollar-Schwarzmarkt den Riegel vorschob – kann man begehrte Güter wie Shampoo, Schokoriegel made in USA und Import-Bier erwerben. Und das ohne sonstige Einschränkungen.

Dass damit die Gier auf dieses Geld gesteigert wird, ist offensichtlich. Und offensichtlich ist auch, wie sehr man versucht, den Fremden, die nur mit diesem Geld des Weges kommen, dieses abzuluchsen. Bei einem Verhältnis von 1:24 gegenüber dem kubanischen Peso (CUP) wirken sich allfällige Wechseltricks massiv aus. Kleinigkeiten wie der Kauf von Obst oder einer Briefmarke für die Postkarte werden ‚falsch‘ abgerechnet. Und bei meinen zahlreichen Mitreisenden, die ich getroffen habe, gab es keinen, der nicht Opfer irgendwelcher Tricks wurde, die man unter dem Begriff  „über-den-Tisch-ziehen“ subsumieren kann.

Havanna

Panne auf dem Malecon

Dennoch macht Kuba süchtig. Es ist der Lebensstil, diese Leichtigkeit des Seins, die Rhythmen, die aus allen Häusern dringen und der unfassbare Humor der Menschen, der diese Sucht anheizt. Und es sind diese Impressionen, die sich einem ins Hirn fessen.

Havanna

Warten auf ein Sammeltaxi

Als ich am ersten Abend meine Unterkunft in einem Casa particular in Centro verließ, um irgendwo eine Kleinigkeit zu essen, ging ich mit offenem Mund durch die Strasen und Gassen. Ich war fasziniert – und blieb es vier Tage lang hindurch (und war es erneut bei meinem zweiten Aufenthalt – nach der Fahrt mit der MS Berlin).

Havanna

Das Leben im Stadtviertel Centro – vor allem dort – wo kaum Touristen hingehen, spielt sich auf der Straße ab. Man ist ständig Zeuge des Geschehens und es tun sich einem großartige Szenerien auf. Es scheint als liefe das Leben hier irgendwie zeitversetzt ab.

Havanna Havanna

Kuba wird hier also in Zukunft öfters im Blog vorkommen. Ich möchte alle Reisende, die sich hierher aufmachen, dazu animieren, sich auf dieses Land total einzulassen – und sich dafür zu öffnen. Wer das kann, wird diese Insel, seine Menschen und seinen Lebensstil lieben lernen. Dazu sollte man sich von der europäischen Pünktlichkeit und der Ordnung kurzzeitig verabschieden.

Die Kubaner sind Top-Performer der Improvisation: nicht nur in ihrer Musik, sondern auch im Meistern der Herausforderungen des täglichen Lebens. Die uralten amerikanischen Autos, die vor 60 (und mehr Jahren) importiert wurden, laufen aufgrund der Tatsache, dass man hier alles irgendwie reparieren kann, immer noch. Dass die Original-Ersatzteile natürlich nie mehr vorhanden waren, lag in der Natur der Dinge: Doch findige Handwerker schafften es auch so.

So verhält es sich mit vielen Dingen des täglichen Lebens. Mit der Öffnung des Landes ändert sich das Leben hier rapide.

Havanna

Im Stadtviertel Centro unterwegs

Havanna

Mein Tipp: FTI Touristik

Der Reiseveranstalter FTI hat ein sehr umfangreiches Kuba-Programm, das weit über die reinen Badeferien in Varadero hinausreicht.

Es gibt nicht nur zahlreiche Rundreisen, die hier angeboten werden, sondern im Winter auch wieder die Kuba-Kreuzfahrt mit der MS BERLIN, die unter anderem auch nach Cienfuegos führt – und damit einen Aufenthalt in Trinidad ermöglicht.

Mein Tipp: Reisen Sie schon vorher nach Havanna und nehmen Sie sich eine Unterkunft für zwei oder drei Nächte und erkunden Sie auf eigene Faust die City. Es lohnt sich wirklich.






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