Montag , 18 November 2019
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Zwei alte Dörfer erwachen wieder: Panayiotis und Tochni, Zypern


Es liest sich wie eine gut erfundene Geschichte: Der Dorfjunge geht weg, verdient mehrere Jahrzehnte lang gutes Geld im Ausland und kehrt eines Tages in sein Heimatdorf zurück. Dort muss er feststellen, dass ein Großteil der Häuser leer steht und alles völlig vereinsamt ist. Er investiert sein Know-how und sein hart verdientes Geld und baut sein Dorf sorgfältig wieder auf. Das ist die Geschichte der Wiederbelebung von Kalopanayiotis im zyprischen Troodos Gebirge. Wie in vielen anderen Ländern auch, hat die Landflucht zu verwaisten Dörfern mit zunehmend verfallenden Häusern geführt.

Vor allem jüngere Menschen zieht es in die Städte Nikosia, Larnaca, Limassol und Pafos. Dort gibt es größere Chancen auf einen Job und auch breitere Freizeit-Angebote. Eine Tatsache hat auf der bezaubernden Mittelmeer-Insel einigen Ortschaften jedoch das Leben gerettet: Der Tourismus hat sich von der Küste immer weiter Richtung Landesinneres bewegt. Mittlerweile kommen auch Gäste, die sich nicht nur an den Stränden räkeln, sondern zunehmend die Stille im Gebirge beim Mountainbiken und Wandern genießen wollen.

Tochni

Blick über die Ortschaft Tochni

„Ich wollte nur mein Dorf retten“

„Es war nicht meine Intention ein Business daraus zu machen, sondern einfach nur das Dorf wiederzubeleben“, meint John Papadouris – mittlerweile auch Bürgermeister von Kalopanayiotis – bescheiden. Natürlich war sein wirtschaftliches Gespür dabei hilfreich. Dass es immer mehr Erholungssuchende geben würde, die die Idylle des Marathasa-Tales im nördlichen Troodos-Gebirge als Urlaubsoase erkennen würden, hatte er vielleicht sogar im Hinterkopf. „Wenn man das ganze Ensemble hier sieht, dann ist man in der Sekunde verliebt“, schwärmt er vor. Weinberge, Obstgärten und Pinienwälder umgeben das pittoreske Dorf, das seit Jahrtausenden auch für seine Schwefelquellen bekannt ist.

Der Legende nach soll Apostel Paulus hier den ersten Bischof Zyperns getauft haben, als er hier auf den Weg nach Pafos einen Halt machte. Ein kulturelles Highlight ist das UNESCO-Weltkulturerbe-Kloster St. John Lampadistis aus dem 11. Jahrhundert, das an der Peripherie des Dorfes liegt. Die Ausgangsbedingungen, in diesem wundervollen Ort etwas für die Wiederbelebung zu tun, waren also mehr als günstig.

Panayiotis Zypern

Blick auf die Ortschaft Panayiotis

EU-Projekt-Förderungen als Unterstützung

Mithilfe von EU-Förderungen ist Panayiotis praktisch wieder auferstanden. Zunächst wurde die Infrastruktur in Angriff genommen. Eine Kanalisation wurde ebenso errichtet wie eine neue Brücke vom Ortskern zum Kloster. Viele der alten leerstehenden Häuser wurden sorgfältig revitalisiert. „Die Idee war es, Gästezimmer dort zu errichten, wo früher die Dorfbewohner lebten“, erklärt der Unternehmer. „Dazu mussten die Räumlichkeiten von Grund auf modernisiert werden. Anders als in herkömmlichen Hotelanlagen liegen die einzelnen Gästezimmer über die ganze Ortschaft verteilt in verschiedenen Gebäuden. Kein Zimmer ist gleich.“ So entstand das Casale Panayiotis: Im Herzen der Ortschaft gibt es ein Restaurant, ein Cafe, einen kleinen Shop und ein völlig neu errichtetes Spa mit Pool, einer Sauna-Landschaft und verschiedene Anwendungen.

Panayiotis Zypern

Dorfstraße in Panayiotis

Das besondere an der Dorf-Unterkunft ist, dass sie in das gesamte Dorfbild integriert ist. Auch das umfangreiche Wissen der kulinarischen Besonderheiten seitens der Betreiber erweist sich für die Gäste als Sensation. Das Lokalkolorit spiegelt sich im Speisenangebot wider. Teilweise werden selten angebotene Spezialitäten in der Küche zubereitet – so etwa Soutzoukos ein traditionelles Konfekt aus Walnüssen und Mandeln mit einer Kouvertüre aus Traubensaft.

Panayiotis zypern

Besonderen Wert legt man hier auch darauf, dass nahezu alle Zutaten aus der näheren Umgebung stammen – das gilt natürlich auch für Olivenöl und den hervorragenden Wein. Ersteres wird seit fast 4.000 Jahren auf Zypern gewonnen. „Wenn man vom Kloster ins Dorf blickt, erkennt man nicht auf den ersten Blick, wo sich die Gästezimmer befinden“, so Papadouris. „Wer hier Urlaub macht, wird auch sehr schnell die Dorfgemeinschaft kennen lernen“, erklärt Papadouris. Mittlerweile gibt es vier verschiedene Lokale hier – alle arbeiten großartig miteinander zusammen. Wer heute die schmale Bergstraße durch den Ort nimmt, wird sofort entdecken, wie lebendig das schmucke Kalopayayotis mittlerweile ist.

Nachahmungswürdige Projekte

Kalopanayiotis hat zahlreiche Nachahmer gefunden. Mittlerweile tragen auch andere Unternehmer als auch Private wesentlich zur Dorfwiederbelebung bei, denn das Schicksal der verlassenen Ortschaften ist kein Einzelfall. Die Unternehmer Andreas Markides und Klea Hadjilambri – beide seit Jahrzehnten im Tourismus tätig – haben ihre eigenes Konzept von kleinen Gästehäusern in traditionellen zypriotischen Dörfern umgesetzt. Auch bei den Filokypros Character Houses stehen Individualität und Kreativität im Vordergrund. Sie haben unter anderem in der kleinen Ortschaft Tochni zwei Häuser wiederbelebt.

Tochni Zypern

Eveleos Country House in Tochni: liebevoll restauriertes Haus im Herzen einer kleinen Ortschaft

Ausgewählte alte Häuser in Dörfern nahe der Südküste hat man zu schnuckeligen Unterkünften umgewidmet. Auch hier waren meisterliche Architekten am Werk, die die Gebäude innen so modernisiert haben, dass es ein sehr geschmackvolles Miteinander aus alt und neu entstanden ist, ohne jedoch den Komfort einzuschränken. Von außen wurden die Häuser meist nur unwesentlich verändert – somit bleibt ein einheitliches Ortsbild des alten Dorfes erhalten. Alte Portale wurden so gut es ging, erhalten. Individualität bringen auch die meisten Gäste mit. So kann man sich sein Frühstück auf Wunsch selbst zubereiten, oder aber ein kleines Frühstücksbüffet beim Dorfwirt einnehmen.

Andreas markides Zypern

Andreas Markides präsentiert sein Kleftiko – einen Eintopf nach zypriotischer Art

Durch die Überschaubarkeit der Räumlichkeiten, können jede Menge individueller Wünsche erfüllt werden. Eine Art des Tourismus, die nicht nur den Betreibern, sondern auch den Gästen offenbar sehr gut gefällt. „Die Gästezufriedenheit in diesen kleinen Unterkünften ist jedenfalls sehr hoch“, bestätigen die Tourismusmanager.

Mein Tipp: FTI Touristik

Der Reiseveranstalter FTI hat ein umfangreiches Zypern-Programm mit zahlreichen Hotels und Arrangements. Die aktuellsten Angebote findet man unter: Zypern-Reisen

Ein Blick in den Zypern-Katalog lohnt sich ebenfalls, denn neben zahlreichen Hotels werden auch sehr preiswert Mietwagen angeboten.

 

 

 

 

 

 






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