Samstag , 15 August 2020
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Die letzte Fahrt der Celebration, Walvis Bay, Namibia


Manchmal kommt man als Journalist zu Geschichten, die mehr als nur Zufall sind…..so auch diese: Ich war auf einem Katamaran in der Walvis Bay in Namibia unterwegs, um Seehunde, Pelikane und Delfine zu beobachten. Und das habe ich auch gemacht. Das eiskalte Wasser des Atlantik vor der Küste Namibias sorgt nämlich für Fischreichtum – und dieser wiederum sorgt für reiche Fauna – Robben und Seehunde, die Fisch in großen Mengen vertilgen ebenso wie auch die hier lebenden Pelikane.

Und es war bitterkalt – wirklich bitterkalt. Die meisten Mitreisenden haben sich in die Kabine des Katamarans verzogen, weil sie nicht richtig angezogen waren. Und auf dem Weg zurück in den Hafen von Walvis Bay haben wir dieses Schiff passiert. Der guide hatte keine Ahnung davon, weil er es nie zuvor zu gesicht bekam. ich habe zahlreiche Bilder geschossen – so gut es aus dem fahrenden Boot eben ging.

Als wir an der Celebration vorbeifuhren, konnte man erkennen, dass es im maschinenraum wohl gebrannt haben muss. Das ganze Schiff machte einen ziemlich verlotterten Eindruck. Und als ich die BIlder dann betrachtete und nachrecherchiert hatte, wurde mir alles klar.

Die Celebration machte hier nur eine kurze Station – und zwar vom 13. bis 18. August 2015. Und zwar zum Bunkern für ihre allerletzte Fahrt, die am 18. Juni in Port of Spain (Trinidad & Tobago) begann – und am Strang von Alang in Indien enden sollte. Alang ist der größte Schiffsfriedhof der Welt – alles Schwimmende, was nicht mehr gebraucht wird, wird hier in seine Einzelteile zerlegt. Am 14. Oktober soll die Celebration dort angekommen sein und knapp 2 Wochen später wurde sie gestrandet (verriet mir das Internet).

Ich habe also ein zum Abwracken vorbereitetes Schiff auf seiner letzten Fahrt noch einmal vor die Linse bekommen. Und das war am 18. August 2015.

Schwimmendes Wrack

„Bahamas Celebration“ mit dem Heimathafen Charlestown (Nevis).

Das 1981 gebaute Schiff war bis 2008 als RoRo-(Roll-on-Roll-off)-Autofähre unter dem Namen Prinsesse Ragnhild  unterwegs. 2008 wurde sie an die US-amerikanische Celebration-Cruise-Holding auf den Bahamas verkauft, umgebaut und auf den Namen Bahamas Celebration getauft. Anschließend war sie als Kreuzfahrtschiff zwischen Florida und den Bahamas unterwegs. Im Oktober 2014 lief sie vor Freeport /Grand Bahama auf Grund und wurde dabei so schwer beschädigt, dass die Reederei eine notdürftige Reparatur mit anschließender Verschrottung beschloss.

Celebration -Wrack

Die für eine RoRo-Fähre typischen Laderaumtüren. Schön zu erkennen ist die Flagge von St. Kitts und Nevis

Celebration

Havarie –

Auf dem Weg zum Schrottplatz

 






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