Sonntag , 16 Juni 2019
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Antarktis-Kreuzfahrt: Eine Reise ans Ende der Welt


„Die See wurde rauer und die Sonne schien nicht mehr täglich. Die Seefahrer waren angespannt, denn sie mussten die Passage um das gefährliche Kap spätestens im Jänner schaffen (…) Als die Tage vergingen und die Wochen – stand Sue immer noch jeden Tag an der Reeling. Allerdings waren es nur wenige Stunden, denn es war zu kalt.. (…) Das Schiff umfuhr Kap Hoorn bei schwerer See. Sue verbrachte die Tage in ihrer Kajüte. Jeder an Bord war krank und ausgelaugt. Es war bitter kalt, der Wind blies und der Regen peitschte gegen das Schiff….“ (aus „Suephin & Taitai – Geschichte einer großen Liebe“)

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Als ich Kap Hoorn sah, war das Wetter schön. Die Sonne schien und das Meer war – bis auf die Dünung – sehr ruhig. Als das Schiff etwa vier Meilen von der Insel entfernt war, zogen Wolken auf und es begann heftig zu regnen. Es schien als verschwände dieses Kap völlig im Regen. So mag es wohl vielen Seefahrern am Kap Hoorn ergangen sein. Hier haben geschätzte 12.000 Menschen ihr Leben verloren. Das war allerdings schon der letzte Teil meiner epischen Seereise.

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Ich war am Ende der Welt. Dort, wo nie Menschen permanent lebten, sondern höchstens temporäre Siedlungen errichteten, um der Natur etwas abzutrotzen. Auch hier hat der Homo sapiens in der Vergangenheit in seiner Gier Massaker an der Umwelt verübt. Letztlich hat die Vernunft gesiegt, diese Region weitgehend unberührt zu lassen. Ganz verheilt sind diese Verletzungen aber nicht – und sie werden es auch nie, denn die nahezu ‚unerschöpfliche’ Zahl an friedlichen Meeressäugern wurde zu sehr dezimiert. Doch ist diese Region irgendwie wie ein Bollwerk gegen die Zivilisation.

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Ich habe Wetter und hohe See gespürt, von der klaren Luft geatmet und das frische Meerwasser gekostet. Die Natur zeigte sich versöhnlich und spielte den Liebreiz dieses letzten Kontinents gehörig aus. Der Traum davon läßt mich nicht mehr los. Es war ein spezielles Reiseziel – für einige das letzte Ziel, das sie in ihrem Leben noch sehen wollten. Am Ende des Lebens das Ende der Welt zu sehen – ist eine schöne Vorstellung. Die Antarktis hat tatsächlich etwas Endgültiges an sich – vielleicht deshalb, weil die Dimensionen dort so unfassbar sind. Ich bin mir dessen nicht klar.

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Worte können diese unglaublichen Eindrücke jedenfalls fast nicht beschreiben. Dort, am Ende der Welt, fühlt man sich so klein, so unbeholfen, so sehr den Naturgewalten ausgesetzt. Ich habe Wüsten, Berge, Täler, Ebenen, Sümpfe, Seen, Flüsse, Mangroven, tropische Inseln, Savannen, Steppen, Regenwälder und was weiß ich nicht alles gesehen, aber selten hat mich eine Region derart fasziniert wie die subantarktischen Inseln und das antarktische Festland.

Selbst in dieser Einöde ist die Natur verschwenderisch reich. Wieviele Begegnungen hatten wir mit Walen, Delfinen, Robben, Seehunden, Pinguinen und Albatrossen? Es waren fast unzählig viele.

Das Faszinerendste waren für mich die Wanderungen in dieser atemberaubenden Landschaft. Dort, wo ich nicht nur der Natur, sondern auch mir selbst ganz nahe war. Unvergessen waren auch die Begegnungen mit Pinguinen – diesen lieblichen Geschöpfen, die uns Eindringlinge neugierig beobachteten und nach genauer Inspektion einfach weiterzogen als wäre nichts gewesen. Was für ein Abenteuer!

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Ich werde in naher Zukunft mehr darüber berichten, noch mehr Fotos zeigen und weitere Geschichten erzählen. Jedenfalls bin ich dankbar dafür, dass ich diese Reise, vor der ich extrem aufgeregt war, antreten konnte.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Hurtigruten http://www.hurtigruten.com/de und dem Expeditionsteam der Fram – sowie bei meinen großartigen neugewonnenen Freunden – den ‚Glorreichen Sieben’ – und den „Schwyzern“ bedanken. Alles zusammen ergab ein perfektes Setting. Ihr habt alles dazu beigetragen, dass diese Reise eine Einzigartige wurde. Danke herzlichst.

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2 Kommentare

  1. Vielen Dank!Die Beschreibung ist sehr eindrucksvoll und trifft den tieferen Kern des Erlebens dieser Reise! Bis bald einmal!leider hat uns die hässliche Seite der menschlichen Welt wieder Griff! Salut joerg

  2. Einzigartig ge- und beschrieben! Toll ! Alles Gute Ingrid & Karl

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